Christus-Kirche

Schlosskirche zu Putbus

Kirche Putbus

Eindrucksvoll unterscheidet sich die Schlosskirche Putbus von den inseltypischen, zumeist im Stil der Backsteingotik errichteten, Kirchen. Große, rundbogige Fenster öffnen sich zum Park hin und man kann wunderbare, stille Momente in den lichtdurchfluteten Räumen der Schlosskirche Putbus erleben.

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Geschichte der Schlosskirche Putbus

Ursprünglich war Putbus ein Teil der Kirchengemeinde Vilmnitz. 1840 wurde Putbus selbstständige Kirchengemeinde, man schaffte eigene Kirchenbücher an und ein eigener Kirchhof wurde geweiht. Im Laufe der Jahre wuchs die Anzahl der Einwohner des kleinen Putbus von 600 auf 1.400 um 1895, somit bestand die Notwendigkeit einer eigenen Kirche.


Zunächst sollte das Theater umgebaut werden, doch dies stieß auf den Widerstand der Einwohner. Letztendlich erfolgte dann der Umbau des Kursalons im Park, der nach den Plänen von Friedrich August Stühler und J. Gottfried Steinmeyer 1844-46 errichtet worden ist, zur heutigen Kirche. Geweiht und ihrer jetzigen Nutzung als Kirche zugeführt wurde sie am Reformationstag 1892.


Beim Umbau zur Kirche in den Jahren 1891/92 wurden die Obergeschosse über den seitenschiffartigen Nebenräumen des Tanzsaales abgebrochen und die offenen Arkaden zum Tanzsaal in Fenster umgewandelt. Der an der jetzigen rückwärtigen Schmalseite, in dem eine Konditorei und wahrscheinlich der offizielle Aufgang zu den Obergeschossen untergebracht waren, wurde zum größten Teil abgebrochen, zur Eingangshalle umgebaut und mit zwei Turmgeschossen versehen. Die sechs aus Italien bezogenen Statuen von der Attika des Kursalon sind 1892 auf der Attika des Schlosses aufgestellt worden und 1958 beim teilweisen Abbruch des Schlosses verloren gegangen.


Infolge von mangelnder Instandhaltung und Sturmschäden musste die Kirche 1993 gesperrt werden. Nach umfassenden Sanierungsmaßnahmen konnte die Michaelskapelle, später der gesamte Bau wieder genutzt werden. Für den Sanierungsaufwand wurden bis 2007 3,1 Mill. € investiert.


Baubeschreibung der Schlosskirche Putbus

Grundriss der Schlosskirche Putbus

Das in spätklassizistischen Formen errichtete Gebäude hat seit dem Umbau zur Kirche einen basilikalen Querschnitt. Vor der nördlichen Schmalseite liegt der dreigeschossige Turm mit einem dem Hauptportal vorgelegten Portikus, an der rückwärtigen Schmalseite ein Anbau von der Höhe der Seitenschiffe. Backstein verputzt. Die Gebäudekanten sind durch kräftige Eckpilaster betont, die Tür- und Fensteröffnungen mit ihren flach profilierten Rundbögen durch Pilaster getrennt.


Im Inneren ist der Mittelraum mit den niedrigeren Seitenräumen durch Rundbogenarkaden auf Säulen verbunden. Im Mittelraum befindet sich ein Spiegelgewölbe mit Stichkappen, die Seitenräume sind mit flachen Decken versehen. Die ursprünglich sehr farbige Ausmalung wurde bei der Neugestaltung des Innenraums übermalt. Der zweigeschossige rückwärtige Anbau enthält heute die Wohnung des diensthabenden Pfarrers.


Ausstattung der Schlosskirche Putbus

Altar
Er stammt aus dem Jahr 1892. Die Mensa besteht aus einem Sandsteinblock und ist um drei Stufen erhöht. Darüber eine Ädikula aus zwei roten Granitsäulen mit einem Sandsteinarchitrav und einem Dreieckgiebel. Eine von zwei kannelierten Stuckpilastern begrenzte, reich ornamentierte Rundbogenblende in der Rückwand ist in den Zwickeln mit zwei Engelsköpfen geschmückt und rahmen das Altarblatt das "Jesus bei der Abnahme vom Kreuz" zeigt (Pieta, von Daniel Crespi aus Mailand 1590-1630), ein.

Kanzel
Die Kanzel aus dem Jahre 1892 wurde nach dem Vorbild der Kanzel der Franziskanerkirche St. Croce, Florenz gefertigt.

Taufständer
Der aus Holz bestehende Taufständer stammt aus dem Jahre 1892. Eine aus dem 15. Jh. erstellte Freifigur Johannes des Täufers wurde als Trägerfigur mit Sockel und Aufsatz für die Taufschale verwendet.

Orgel
Die Orgel kommt aus der Stettiner Werkstatt des Barnim Grüneberg und verfügt über eine Neo-Renaissance-Prospekt, 2 Manuale, 13 klingende Stimmen und eine mechanische Kegellade. Im Jahre 1970 nahm Rudolf Böhm aus Gotha eine klangliche Umgestaltung vor. 1995 erfolgte eine Generalüberholung durch Rainer Wolter.


Ebenfalls zur Ausstattung gehören zwei Kelche, eine Patene aus dem 19. Jh., eine silberne Weinkanne aus dem Jahre 1839. Die Taufschale aus getriebenem Messing entstand um 1700. Die Taufkanne aus Zinn Anfang des 19 Jh. Die drei Stahlglocken wurden 1893 in Bochum gegossen.