Schloss Spyker

auf der Halbinsel Jasmund

Schloss Spyker

Erstmals erwähnt wurde Spycker 1318. Es gehörte damals der Stralsunder Patrizierfamilie von Külpen. 1344 heiratete eine Tochter aus dem Hause von Külpen in die Familie von Jasmund ein. So wurde der spykersche Zweig derer von Jasmund begründet, der 1648 kinderlos ausstarb.


Das Schloss ist ein im 15. Jahrhundert errichteter verputzter Bau. Im 17. Jahrhundert fanden Umbauten durch Carl Gustav Wrangel statt. Die Fassade wurde in dem für Rügen untypischen Falunrot gestrichen, und in der Beletage wurden um 1652 die im baltischen Raum einmaligen vollplastischen Stuckdecken angebracht.


Danach kam es in den Besitz des Generalfeldmarschalls Carl Gustav von Wrangel, der hier auch 1676 starb. Später fiel das Gut durch die Heirat der jüngeren Tochter Wrangels an die Familie von Putbus. Nach deren Tod ging das Gut an die ältere Tochter, worauf es durch Heirat in den Besitz der schwedischen Familie von Brahe kam. Diese verkaufte Spyker 1815 an das Haus Putbus, in deren Besitz es bis 1945 verblieb.


1958 fanden provisorische Sicherungsarbeiten am Schloss statt. Ab 1964 nutzte der FDGB (Freier Deutscher Gewerkschaftsbund) das Schloss als Ferienheim. Heute ist Spyker saniert und beherbergt seit 1990 ein Hotel und eine Gaststätte mit zeitweise wechselnden Besitzern. Erwähnenswert sind die vier thematisch gestalteten Stuckdecken, zwei Innentüren aus der Zeit der Renaissance und ein Wappenmedaillon des Hauses Putbus.